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August 2021 - aktuelle Entwicklungen auf dem Devisenmarkt

6. August 2021

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Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen auf den internationalen Devisenmärkten.
 
EUR/USD
Höchststand: 1,1908 Tiefststand: 1,1757 Abweichung: +0,25 %

Im Monatsvergleich hat das Währungspaar EUR/USD eine Performance von +0,25 % verzeichnet. Der Anstieg ist zwar gering, doch verbirgt sich dahinter eine erhebliche Volatilität zum Monatsende. Binnen sieben Tagen ist der Wechselkurs EUR/USD von einem Monatstief von 1,1757 auf ein Monatshoch von 1,1894 geklettert. Nach der Ankündigung der US-Notenbank, dass sie ihre sehr lockere Geldpolitik noch etwas länger beibehalten würde, um dem Arbeitsmarkt die Möglichkeit zu geben, sich vollständig zu erholen, haben die Devisenhändler sich neu positioniert und dieses Paar gekauft. Somit kann nicht mit Sicherheit gesagt werden, dass das für Ende August terminierte Symposium in Jackson Hole, bei dem auch der Präsident der Fed sprechen wird, viel mehr Details über den Kurs der amerikanischen Geldpolitik liefern wird. Mittelfristig erwarten wir, dass sich das Paar EUR/USD in einer Spanne zwischen 1,16 und 1,20 bewegt. Nach jüngsten Äußerungen des Präsidenten der Banque de France wird auf Seiten der EZB voraussichtlich im Herbst eine genauere Überprüfung ihres Programms zum Ankauf von Vermögenswerten (auch bekannt als QE) stattfinden. Konkret lässt sich daraus ableiten, dass auf der nächsten EZB-Sitzung am 9. September wahrscheinlich wenig auf dem Spiel steht. Stattdessen wird der Termin im Oktober bedeutsam sein.

 

EUR/GBP
Höchststand: 0,8674 Tiefststand: 0,8509 Abweichung: -0,74 %

Keine Überraschung beim Währungspaar EUR/GBP, das in seinem dreimonatigen Korridor von 0,85-0,87 verbleibt. Das Paar wird schon seit einigen Wochen am unteren Ende der Spanne gehandelt und hat kürzlich versucht, die Unterstützung bei 0,85 zu durchbrechen. Allerdings ohne Erfolg. Mittelfristig rechnen wir jedoch weiterhin mit einem Rückgang. Vor einigen Wochen haben sich die Devisenmarktteilnehmer gefragt, welche Folgen die neue Pandemie-Welle im Vereinigten Königreich haben würde. Bei einer Betrachtung der hochfrequenten Indikatoren, die Wirtschaftswissenschaftler seit März 2020 für eine möglichst genaue Einschätzung der Wachstumsentwicklung heranziehen, dürfte die Wiederbelegung der Geschäftstätigkeit aus wirtschaftlicher Sicht von diesem neuen Corona-Kapitel kaum beeinträchtigt werden. Jedoch muss erwähnt werden, dass die Bank of England am 5. August tagen wird. Insgesamt wird eine unauffällige Sitzung erwartet, um den Status quo in Sachen Geldpolitik (sowohl im Hinblick auf die Marktrückkäufe als auch die Leitzinsen) beizubehalten.

 

EUR/JPY
Höchststand: 132,44 Tiefststand: 128,88 Abweichung: -1,58 %

Im Juli ist die Nachfrage nach dem JPY vor allem in der ersten Monatshälfte stark angestiegen, sodass sich beim Währungspaar EUR/JPY ein Monatstief von 128,88 ergeben hat. Wegen Sorgen über die Delta-Variante und dem damit verbundenen Potenzial für negative wirtschaftliche Auswirkungen haben die Devisenhändler sich aus dem JPY und anderen sicheren Häfen zurückgezogen. Es ist zu beachten, dass sich das Paar zum Monatsende leicht um den Bereich von 130 erholt hat. Die von den Devisenmarktspezialisten verwendeten, technischen Indikatoren deuten erneut auf einen kurz- bis mittelfristigen Rückgang des Paars in Richtung der 128er-Marke hin.

 

EUR/CHF
Höchststand: 1,0983 Tiefststand: 1,0739 Abweichung: -2,02 %

Der EUR/CHF-Kurs hat im Juli deutlich an Boden verloren (-2,02 % gegenüber dem Vormonat), insbesondere aufgrund der Besorgnis über die rasche Ausbreitung der Delta-Variante, die schon in über 98 Ländern verbreitet ist. Auch wenn es unwahrscheinlich erscheint, dass die aus den früheren Pandemie-Wellen bekannten Engpässe (mit wenigen Ausnahmen wie z. B. in Australien) erneut auftreten, so haben sich die Teilnehmer an den Devisenmärkten doch lieber für sichere Häfen entschieden und damit automatisch den CHF begünstigt. Dabei waren es vor allem viele institutionelle Anleger (wie Großbanken und Investmentfonds), die in den letzten Wochen verstärkt CHF gekauft haben.

 

EUR/CAD
Höchststand: 1,5101 Tiefststand: 1,4611 Abweichung: +0,65 %

Im Juli hat die Entscheidung der Bank of Canada voll und ganz den Erwartungen entsprochen. Der Leitzins wurde bei 0,25 % belassen, während das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten erneut reduziert wurde und sich jetzt auf 2 Mrd. CAD pro Woche beläuft. Vor dem Hintergrund einer kontrollierten Pandemie-Situation ist dieser Rückgang auf die wirtschaftliche Stabilisierung im Land und die nach wie vor sehr guten Finanzierungsbedingungen zurückzuführen. Im Hinblick auf die kurz- und mittelfristigen Aussichten für die kanadische Wirtschaft hat sich die Zentralbank in ihrer Pressemitteilung optimistisch gezeigt. Daraus lässt sich unschwer ableiten, dass das Programm zum Ankauf von Vermögenswerten bis Ende des Jahres weiter reduziert wird. Die Auswirkungen auf den Devisenmarkt waren gering, da die Entscheidung vollkommen mit dem Konsens übereingestimmt hat.

 

EUR/AUD
Höchststand: 1,6190 Tiefststand: 1,5751 Abweichung: +1,54 %

Die nächste Sitzung der RBA ist für den 3. August terminiert. Infolge der kürzlich angekündigten Einschränkungen in mehreren australischen Großstädten wird die Wirtschaftstätigkeit im dritten Quartal erheblich beeinträchtigt. Unter diesen Umständen ist es sehr wahrscheinlich, dass die RBA ihre Entscheidung zur Reduzierung der wöchentlichen Anleihekäufe rückgängig machen wird. Wir rechnen damit, dass die Ankäufe von Vermögenswerten wieder auf 5 Mrd. AUD pro Woche steigen, um die Wirtschaft rechtzeitig zu unterstützen. Wenn die Pandemie unter Kontrolle ist und die Wirtschaft sich fast wieder normalisiert hat, wird immer noch genug Zeit sein, das Ende der Unterstützungsmaßnahmen zu diskutieren. Zu erwähnen ist dabei auch, dass der Devisenmarkt die Möglichkeit eines Kurswechsels der australischen Zentralbank in Bezug auf die Wertpapierkäufe bereits vollständig eingepreist hat.

 

EUR/CNH
Höchststand: 7,7226 Tiefststand: 7,6137 Abweichung: +0,12 %

Das Währungspaar EUR/CNH hat im Juli eine hohe Volatilität gezeigt und den Monat dann allerdings fast auf seinem Ausgangsniveau beendet. Wenn sich die jüngsten Turbulenzen auf dem chinesischen Markt (die in einem direkten Zusammenhang mit der behördlichen Übernahme mehrerer Tätigkeitsbereiche im Bereich der neuen Technologien und des Bildungswesens stehen) fortsetzen, könnten sie das Risiko einer starken Abwertung des CNH mit sich bringen. Dieses Szenario ist keineswegs gesichert, wird aber von den Analysten in den Börsensälen immer häufiger geäußert. Man sollte sich dessen bewusst zu sein und im Fall der Fälle die am besten geeignete Währungsabsicherungsstrategie wählen.

 

EUR/HUF
Höchststand: 362,48 Tiefststand: 350,55 Abweichung: +1,46 %

Die ungarische Zentralbank hat die Zinssätze im Juli stärker als erwartet angehoben - um 30 Basispunkte auf 1,20 %, wohingegen der Konsens bei 1,10 % gelegen hat. Dabei ist das sicherlich erst der Anfang. Denn derzeit deutet alles darauf hin, dass die Inflation bis mindestens Ende des Jahres oberhalb des Zielwerts der Zentralbank bleiben wird, sodass eine oder mehrere zusätzliche Zinserhöhungen in den kommenden Monaten wahrscheinlich werden. Insbesondere die September-Sitzung der Zentralbank sollte im Hinblick auf eine Aktualisierung der Wirtschaftsprognosen aufmerksam verfolgt werden. Vorerst scheint der Prozess zur Straffung der Geldpolitik jedoch kein stützendes Element für den HUF zu sein. Auch das war zu erwarten. Der Rückgang der Risikobereitschaft im Juli, der direkt auf die Ängste rund um die Pandemie zurückzuführen war, hat den EUR und den USD gegenüber dem HUF positiv beeinflusst.

 

USD/HUF
Höchststand: 307,77 Tiefstand: 294,94 Abweichung: +1,22 %

Wie bereits beim Währungspaar EUR/HUF erwähnt, hat sich auch das Paar USD/HUF im Juli sehr stark (+1,38 %) entwickelt, was vor allem auf die nachlassende Risikobereitschaft auf dem Devisenmarkt zurückzuführen ist, die aufgrund einer Rückkehr der Befürchtungen rund um die Pandemie und ihrer verschiedenen Varianten ausgelöst wurde. Somit haben wir deutliche Zweifel daran, dass es kurz- bis mittelfristig zu einer nachhaltigen Umkehr des im Juli beobachteten Trends kommt. Selbst wenn die Risikobereitschaft zunehmen sollte, ist es wahrscheinlich, dass andere Faktoren den US-Dollar weiter in die Höhe treiben würden (z. B. die starken fiskalischen Anreize in den USA, die dem USD einen gewissen Schub verleihen).

 
Wirtschaftskalender
DATUM WÄHRUNG EREIGNIS
  02/08  USD

Einkaufsmanager-Index US verarbeitendes Gewerbe

03/08  AUD

Sitzung der Zentralbank

05/08  GBP

Sitzung der Bank of England

 06/08  USD

Arbeitsmarktbericht der US-Regierung für den Monat Juli

10/08 EUR ZEW-Index zur Konjunkturerwartung in Deutschland
11/08 USD US-Verbraucherpreisindex für Juli
16/08  JPY BIP Japan Q2
 16/08  CNH

Industrieproduktion in China im Juli

24/08 HUF Sitzung der ungarischen Zentralbank
26-28/08 USD Symposium in Jackson Hole

 

 

 

 

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