Wie kann man erfolgreich sein, wenn 95 % des eigenen Umsatzes dem Wechselkursrisiko unterliegen?

11 Februar 2020

Vor genau dieser Herausforderung stehen destination management companies (DMC), die in Frankreich und Europa aktiv sind.

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Nach Angaben der Weltorganisation für Tourismus (UNWTO), belief sich der jährliche Anstieg der Touristenankünfte im Jahr 2018 auf 6 % und im ersten Quartal 2019 auf 4 %. Die Incoming-Agenturen oder DMC, die Partner der Reiseveranstalter und Reisebüros aus Frankreich und Europa, profitieren natürlich von dieser günstigen Entwicklung der Konjunktur, allerdings ist ihr Geschäft im besonderen Maße dem Wechselkursrisiko ausgesetzt. Diese Frage haben wir mit Léa Haran besprochen, die als Kundenberaterin mit Spezialisierung Tourismus bei iBanFirst arbeitet.

Für Rechnung ihrer jeweiligen Kunden, den Reiseveranstaltern und Reisebüros, werden Urlaubs- und Geschäftsreisen von Incoming-Agenturen oder DMC organisiert, die in den Reiseländern ansässig sind und sich auf diese Länder spezialisiert haben. Eine gute Kenntnis dieser Gebiete und der Anbieter sowie ein thematischer Sachverstand erlauben es ihnen, auf die Erwartungen der Reisenden zwecks personalisierter Erlebnisse und die Bedürfnisse der Reiseunternehmen hinsichtlich der Preise einzugehen.

Konzern-DMCs, die auf mehreren Kontinenten vertreten sind

Léa Haran erklärt uns, dass einige ihrer «internationalen DMC-Kunden 85 % ihres Umsatzes in Frankreich und 95 % in der Eurozone erwirtschaften, obwohl der Euro nicht ihre Konsolidierungswährung ist. Es ist für sie daher von entscheidender Bedeutung, das Wechselkursrisiko abzusichern, weil es die zentrale Belastung ihrer Deckungsbeiträge ist. Aber das ist nicht die einzige Schwierigkeit, vor der die CFOs, Buchhalter oder Mitarbeiter Finanzen dieser Unternehmen stehen, deren internationale Ausbreitung, oftmals auf mehreren Kontinenten, auch zu einer Buchhaltung in mehreren Devisen führt und den Ausgleich von Kapitalbewegungen zwischen verschiedenen Tochtergesellschaften erforderlich macht.

Diese Konzerne sind zwar mit einer juristischen Person in Europa vertreten, aber ihr Hauptsitz befindet sich im Ausland, und sie besitzen zudem mehrere Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern. Mit der Qualität der Zahlungsabwicklung, den zufälligen Verzögerungen und den undurchsichtigen Tarifen, die von herkömmlichen Banken in den Ländern ihrer Geschäftstätigkeit berechnet wurden , waren sie aber alles andere als zufrieden“, führt Léa Haran weiter aus. „Zuweilen hat es zwischen 3 und 5 Tagen gedauert, bis von ihrer Bank eine Zahlung in Devisen eingeleitet wurde. Darüber hinaus gab es überhaupt keine Betreuung im Hinblick auf die Absicherung von Wechselkursen, und sie hatten auch keinen direkten Zugang zu den Handelsräumen ihrer Banken und demzufolge auch nicht zu Wechselkursen in Echtzeit. Doch dank der europäischen Richtlinien PSD1 und PSD2 steht diesen Unternehmen jetzt eine Alternative zur Verfügung, nämlich die Fintech-Anbieter.“

PSD2, das Ende des Bankenmonopols, tritt am 14. September in Kraft

„Mit den beiden Zahlungsdiensterichtlinien der Europäischen Union, PSD1 im Jahr 2009 und PSD2 im Jahr 2018, wurde das Monopol der Banken auf Bankkonten und Zahlungsdienste durch die Einführung von Statuten für Zahlungsdiensteanbeiter und später für Anbieter von Kontoinformationsdienstleistungen (AISP) sowie für Anbieter zur Einleitung von Zahlungen (PISP) aufgebrochen. Die traditionell von Banken und Maklern durchgeführten Devisengeschäfte können zukünftig auch von PSP angeboten werden, die über eine entsprechende Genehmigung verfügen. Entsprechend, so ergänzt sie, ist iBanFirst von der Belgischen Nationalbank als Zahlungsdiensteanbieter reglementiert und darf in dieser Funktion in der ganzen Europäischen Union tätig werden. Darüber hinaus verfügt es über die Status als AISP und PISP gemäß der DSP2.“ Einige Bestimmungen der DSP2 treten übrigens am 14. September in Kraft, auch wenn die europäische Bankenaufsicht den Unternehmen der Branche Ende Juni einen Aufschub gewährt hat.

Die Vereinfachung internationaler Zahlungen

Doch wodurch unterscheidet sich das Angebot eines Zahlungsdiensteanbieters (PSP) wie iBanFirst vom Angebot traditioneller Banken? „Die Lösung von iBanFirst macht Unternehmen im Zusammenhang mit internationalen Zahlungen das Leben sehr viel leichter. Diese Lösung umfasst eine außergewöhnliche Erfahrung rund um Zahlungen, die von den Banken aufgrund ihrer historischen Infrastruktur gar nicht geleistet werden kann, und sie enthält Finanzdienstleistungen, die sich genau an die alltäglichen, operativen Bedürfnisse von KMU und Midcap-Unternehmen richten. Von den Finanzteams können Zahlungen unabhängig von der Währung geleistet und empfangen werden, sie können Wechselkursrisiken absichern und ihre internationale Entwicklung finanzieren. Unsere Kunden erhalten wettbewerbsfähigere Wechselkurse, weil iBanFirst bei mehreren Partnern anfragt, bevor eine Notierung abgegeben wird. Ferner profitieren Sie von einer wirklich personalisierten Betreuung in Sachen Absicherung von Wechselkursen.“   Aber mal ganz konkret, was ändert sich dadurch für die DMCs?

Ein maßgeschneidertes Angebot für die DMC

„Bei der Überweisung von Geld und Devisen über Landesgrenzen hinweg und zwischen verschiedenen Banken kann ein qualitativ minderwertiger Service zu Verzögerungen beim Zahlungseingang führen und den Ausgleich der Konten komplizierter machen. Unseren Kunden gefällt, wie leicht die gesicherte Plattform von iBanFirst zu bedienen ist, die es Ihnen ermöglicht, mit nur wenigen Klicks separate Konten für 30 Devisen im eigenen Namen zu eröffnen und direkt über das Web-Interface Zahlungen in Fremdwährungen einzuleiten. Sie können ihre bei fast 70 Banken bestehenden Konten synchronisieren und erhalten auf diese Weise eine einheitliche Übersicht zu diesen verschiedenen Konten. Ihr zentrales Konto in Euro vereinfacht das Devisen-Management und erspart den französischen Kunden die Zahlung von internationalen Überweisungsgebühren, sagt Léa Haran. Unsere DMC-Kunden können ihre Euros in lokale Devisen umtauschen und diese Devisen dann über ihre Konten vor Ort überweisen. Darüber hinaus lässt sich die Plattform in ihre Management-Software (ERP) oder ihr Programm zum Cashflow-Management (TMS) integrieren.“

Aber wenn durch die Benutzerfreundlichkeit, die Qualität der Zahlungsausführung in Devisen und die wettbewerbsfähigen Wechselkurse schon Zeit und Geld eingespart werden kann, so bleiben Wechselkursschwankungen dennoch ein zentrales Risiko für internationale Unternehmen wie DMCs. Was bietet iBanFirst zur Absicherung des Wechselkursrisikos an?

Technologie, Sachverstand und qualitativ hochwertige Finanzprodukte

„Bei iBanFirst kümmert sich ein Kundenberater nur um gut zehn Kunden, zu denen er Kontakt aufnimmt, wenn Marktbewegungen sich möglicherweise auf deren Geschäft auswirkt“, erklärt Léa Haran. Wir unterstützen unsere Kunden beim Management Ihres Wechselkursrisikos, damit sie ihre Deckungsbeiträge sichern können. Zunächst führen wir eine Prüfung ihrer Positionen und Termine durch. Auf Grundlage ihrer Zielverkaufspreise schätzen wir dann ihren Absicherungsbedarf, teilweise oder komplett. Unser Angebot vereint Technologie, Qualität und Vielfältigkeit der Finanzprodukte (festgelegte[1], flexible[2] und dynamische[3] Devisentermingeschäfte) sowie den Sachverstand zum Thema Zahlung in Devisen. DMC-Kunden, die mit iBanFirst eine Vereinfachung ihrer internationalen Zahlungen erreichen wollten, haben ein vollständiges Angebot an Finanzdienstleistungen und einen Sachverstand vorgefunden, der es ihnen ermöglicht hat, ihre Strategie zur Absicherung von Wechselkursrisiken weiter zu verfeinern.“ 

Traditionell gehörte das Management von Wechselkursrisiken zu den Aufgaben der Handelsräume von internationalen Banken, zu denen KMU keinen Zugang hatten. iBanFirst trägt zu einer Demokratisierung dieser Finanzprodukte zugunsten aller Unternehmen bei und ist, wie andere Fintech-Anbieter auch, ein Motor für den Fortschritt im Dienste der Wirtschaft.

 


[1] Ein festgelegtes oder fixes Devisentermingeschäft (oder forward) erlaubt es einem Unternehmen, den Wechselkurs für einen Zahlungseingang oder eine Rechnung festzulegen. Es kann sich auf diese Weise vor einem steigenden Wechselkurs der gekauften Devisen schützen und seinen Deckungsbeitrag absichern.

[2] Ein flexibles Devisentermingeschäft (oder flexible forward) stellt eine Devisenreserve dar, die für einen bestimmten Zeitraum bis maximal 24 Monate genutzt werden kann. Es eignet sich insbesondere für die Zahlung von Rechnungen in Fremdwährungen, deren exakte Beträge oder Fälligkeitsdaten nicht bekannt sind.

[3] Mit dynamischen Devisentermingeschäften lässt sich das Wechselkursrisiko genauso wie mit einem fixen oder flexiblen Devisentermingeschäft beseitigen, und gleichzeitig haben Sie die Möglichkeit, von möglichen günstigen Entwicklungen am Devisenmarkt zwischen dem Datum der Ausgabe des Vertrags und dem Fälligkeitsdatum der Absicherung zu profitieren.