November 2020 – Monatliche Wirtschaftsmeldungen

9 November 2020

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Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Devisenmarkt und antizipieren Sie frühzeitig Kursschwankungen im Zusammenhang mit den US-Wahlen, der Covid-19-Krise und dem Brexit.
EUR/USD
Höchststand: 1,900 / Tiefstand: 1,1653 / Abweichung: +0,97 %

Die US-Präsidentschaftswahlen hatten letzten Endes einen geringeren Einfluss auf das Paar EUR/USD als vorausgesehen, da der Markt das Szenario einer umstrittenen Wahl bereits vorab in den Preisen berücksichtigt hatte. Selbst wenn der Rechtsstreit zwischen Demokraten und Republikanern noch einige Zeit andauern wird, scheinen die Marktakteure das sich abzeichnende Szenario einer Präsidentschaft von Biden und eines gespaltenen Kongresses zu bevorzugen. Seitens der Zentralbanken gibt es keine Meldungen. Die EZB hat klar angegeben, dass falls nötig neue Maßnahmen getroffen werden und dass alle möglichen Instrumente mobilisiert werden können, um mit die wirtschaftlichen Folgen eines erneuten Lockdowns in Europa abzumildern. Bei der US-Notenbank ist es weniger dringend, doch wenn im Kongress nicht bald Einigkeit über einen Plan zur wirtschaftlichen Erholung herrscht, ist es wahrscheinlich, dass die Zentralbank eingreifen wird, um den wirtschaftlichen Aufschwung durch möglichst günstige Kreditbedingungen zu stützen.

EUR/GBP
Höchststand: 0,9160 / Tiefstand: 0,8940 / Abweichung: -0,75 %

Die Schwankungen des Paares EUR/GBP bleiben trotz eines in den letzten Wochen sehr angespannten Tagesgeschehens gering und liegen bei etwa 1,5 %. Der Markt achtet weniger auf die neuesten Entwicklungen in Sachen Brexit und rechnet mit einem Minimalabkommen in letzter Minute. Wie bereits vor einem Monat bleiben die Fischfangquoten einer der Hauptgründe für den Widerstand. Derzeit kann nur politisches Eingreifen dieses große Problem aus der Welt schaffen, das zwischen London und Paris steht. Es müssen wohl der nächste Europäische Rat am 19. November und eine Vermittlung von Kanzlerin Angela Merkel und Emmanuel Macron abgewartet werden, um Zugeständnisse zu erreichen. Doch selbst wenn es zu einer Übereinkunft kommt, wird das Jahr 2021 wirtschaftlich für das Vereinigte Königreich besonders kompliziert, sodass die Volatilität des Paares EUR/GBP wieder steigen könnte. Laut den neuesten Schätzungen der Bank von England wird die Rezession in diesem Jahr wohl -11 % erreichen und der Aufschwung im nächsten Jahr bei +7,25 % liegen (gegenüber einer ursprünglichen Schätzung von 9 %). Das geringere Ausmaß der Konjunkturwende ist direkt auf den Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU und den Übergang zu einem Freihandelsabkommen zurückzuführen.

EUR/CNH
Höchststand: 7,9773 / Tiefstand: 7,7590 / Abweichung: -1,66%

Der Yuan hat auch im letzten Monat weiter an Stärke gewonnen. Das wirtschaftliche Gefälle zwischen Europa und China bleibt auch weiterhin eines der wichtigsten Kennzeichen dieses Devisenpaars. Während China vor allem dank einer Steigerung der öffentlichen Investitionen und dem Zufluss von Fremdkapital auf den lokalen Aktien- und Anleihenmarkt einen starken Wiederaufschwung erlebt, schließt Europa sich aufgrund der Verbreitung der Pandemie wieder ab. Eine neue Rezession auf dem alten Kontinent ist inzwischen kein unmögliches Szenario mehr. Es ist sehr wahrscheinlich, dass das Abfallen des Euro gegenüber dem Yuan (CNH) sich in den nächsten Monaten fortsetzt. Dies spiegelt vor allem dieses wirtschaftliche Gefälle wider, das sich zumindest auf kurze Sicht wohl noch verschärfen wird. China wird wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres zu seinem Aktivitätsniveau von vor der Krise zurückfinden, während dies in der Eurozone wohl bis 2022 dauern wird.

EUR/JPY 
Höchststand: 124,93 / Tiefstand: 121,70 / Abweichung: -1,26%

Der Yen (JPY) ist seiner Rolle als sichere Anlage im Laufe der letzten Wochen gerecht geworden. Dies trifft insbesondere bei institutionellen Anlegern zu, die sich vor dem Risiko in Verbindung mit der US-Präsidentschaftswahl schützen wollten. Dies ist einer der Hauptgründe, aus denen die japanische Währung seit Anfang Oktober anzieht. Hinzu kommen das Wiedererstarken der Pandemie in Europa sowie die negativen Folgen eines neuen Lockdowns für die Wirtschaft, die die Einheitswährung (EUR) gegenüber dem japanischen Yen ebenfalls geschwächt haben. Auf kurze Sicht und angesichts des eher flauen wirtschaftlichen Ausblicks ist damit zu rechnen, dass der Yen auch weiter stark sein wird.

EUR/CHF
Höchststand: 1,0804 / Tiefstand: 1,0660 / Abweichung: -0,93 %

Auch wenn die Schweizerische Nationalbank (SNB) ihre Währungseingriffe seit August stark reduziert hat, ist weiterhin Wachsamkeit geboten. Neben den US-Präsidentschaftswahlen, die alle Akteure beschäftigen, sind auch ein neuer Shutdown (Stilllegung des Staats- und Verwaltungsapparats wegen Uneinigkeit zum Haushalt zwischen Kongress und Präsident, Anm. d. Red.) in den USA Anfang Dezember, die Enttäuschungen bei den Brexit-Verhandlungen sowie das wirtschaftliche Einbrechen der Eurozone aufgrund der Pandemie Faktoren, die dazu beitragen werden, dass der Schweizer Franken bis zum Jahresende und wahrscheinlich über einen großen Teil von 2021 hinweg auf einem hohen Niveau bleibt. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nicht genug positive Elemente, um in den kommenden Monaten eine dauerhafte Senkung des Schweizer Franken (CHF) gegenüber dem Euro zu erwarten.

EUR/CAD
Höchststand: 1,5665 / Tiefstand: 1,5350 / Abweichung: -0,93%

Bei der Paarung EUR/CAD gab es in den letzten Wochen starke Schwankungen, was insbesondere mit den Spannungen durch die US-Präsidentschaftswahlen zusammenhängt. Bei der monatlichen Veränderung bleibt die Paarung EUR/CAD wie schon im September weiter rückläufig. Vor dem Hintergrund des starken wirtschaftlichen Abschwungs in Kanada überraschte die Bank von Kanada den Devisenmarkt mit der Ankündigung einer Änderung ihres Programms zum Rückkauf von Vermögenswerten (auch QE, quantitative easing, genannt). Es wurden zwei wichtige Änderungen vorgenommen: Rückkäufe von Vermögenswerten werden vor allem auf Anleihen mit langer Laufzeit abzielen, um die Fremdkapitalkosten für Unternehmen und Haushalte zu reduzieren und das Tempo der Rückkäufe von Vermögenswerten wird leicht gesenkt. Es wird von 5 Milliarden kanadische Dollar auf 4 Milliarden kanadische Dollar pro Woche reduziert. Diese zweite Maßnahme zielt vor allem darauf ab, zu verhindern, dass die Zentralbank der alleinige Käufer auf dem kanadischen Staatsschuldenmarkt ist und dadurch in eine Situation gerät, in der sie in ihrer Bilanz ein zu hohes Risiko in Bezug auf Staatsschulden hat.

EUR/AUD
Höchststand: 1,6774 / Tiefstand: 1,6230 / Abweichung: -1,00%

In den letzten Wochen wurden für die Paarung EUR/AUD starke Schwankungen festgestellt. Dafür ist unter anderem die überraschende Entscheidung der australischen Zentralbank (RBA) verantwortlich, ihren wichtigsten Leitzins auf ein historisches Tief abzusenken. Während dieser im Januar 2020 noch bei 0,75 % lag, ist er seitdem auf 0,10 % gefallen, was einem Rückgang um 65 Basispunkten entspricht. Mit dieser dritten Senkung des Leitzinses seit Anfang des Jahres soll die australische Wirtschaft angekurbelt werden, die aufgrund eines der strengsten Lockdowns unter den Industrieländern schwächelt. Der Aufschwung sollte sich 2021 festigen, da das Land wohl indirekt von der starken Erholung der Wirtschaft in China profitieren wird, einem seiner wichtigsten Handelspartner.

Wirtschaftskalender

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10. November EUR

ZEW-Index zur wirtschaftlichen Einschätzung in Deutschland

19. November GDP Nächster Europäischer Rat zum Brexit
23. November EUR Herstellende KMI in Deutschland 
24. November EUR IFO-Geschäftsklimaindex in Deutschland 
26. November USD Bericht der letzten Versammlung der Fed
30. November USD Verbrauchervertrauen des Conference Board