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Februar 2021 – Monatliche Wirtschaftsmeldungen

8. Februar 2021

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Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Devisenmarkt und antizipieren Sie frühzeitig Kursschwankungen.
 
EUR/USD
Höchststand: 1,2350 / Tiefststand: 1,2000 / Abweichung: -1,93%

Gegenüber dem vergangenen Monat befindet sich das Währungspaar EUR/USD in einem Abwärtstrend. Parallel ist die europäische Wirtschaft mit neuen strengen Lockdowns konfrontiert, mit denen Corona-Mutationen eingedämmt werden sollen. Im ersten Quartal dieses Jahres dürfte die Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone daher erneut nachlassen. Obwohl die EZB bei ihrer letzten Sitzung an ihrer bisherigen Wachstumsprognose von +3,9% für 2021 festhielt, halten viele Analysten diese Zahl inzwischen für allzu optimistisch.

Zusammen mit anhaltenden Zweifeln an der Fähigkeit Europas, seine Bevölkerung rasch zu impfen (je nach Land aufgrund mangelnder Impfstoffe und/oder logistischer Probleme), entsteht offensichtlich ein perfekter Cocktail für eine Abwertung der Gemeinschaftswährung. Immer wahrscheinlicher wird, dass der Konsens, der Ende 2020 in Bezug auf die Aussichten für eine konjunkturelle Erholung 2021 herrschte, viel zu optimistisch war.

Demgegenüber dürften die USA von dem massiven Konjunkturpaket in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar (USD) profitieren, auch wenn die Pandemielage hier kompliziert ist. Über die wesentlichen Bestandteile dieses Pakets dürfte in den kommenden Wochen abgestimmt werden.

 

EUR/GBP
Höchststand: 0,9086 / Tiefststand: 0,8795 / Abweichung: -2,13%

Ähnlich wie im Verhältnis zum US-Dollar hat der Euro im Monatsvergleich gegenüber dem britischen Pfund deutlich an Wert verloren. Entgegen der beeindruckenden Leistung Großbritanniens sind die Rückschläge beim europäischen Impfprogramm sowie weitere Corona bedingte Einschränkungen in mehreren Ländern für den Wertverlust der Gemeinschaftswährung verantwortlich.

Geldpolitisch macht sich der Devisenmarkt darauf gefasst, dass die Bank of England bei ihrer Sitzung am 4. Februar an der derzeitigen Geldpolitik festhält. Das bedeutet ein unveränderter Leitzins von 0,10% und die Fortführung der Wertpapierankaufprogramme (Quantitative Easing, QE) in Höhe von 875 Mrd. Pfund Sterling (GBP). Vor ein paar Wochen wurde noch die Möglichkeit negativer Zinsen ins Gespräch gebracht (insbesondere von Silvana Tenreyro, einem Mitglied des geldpolitischen Ausschusses der Bank of England), doch diese Option wurde offenbar wieder verworfen.

 

EUR/JPY
Höchststand: 127,50 / Tiefststand: 125,08 / Abweichung: +0,02%

Das Währungspaar EUR/JPY entwickelte sich im Verhältnis zum vergangenen Monat in einer Bandbreite von annähernd 250 Punkten. Der Markt reagierte weiterhin auf europäische Verlautbarungen in Sachen Pandemie, und das Risiko einer neuen europäischen Rezession erklärt, warum sich der Euro im Vergleich zum japanischen Yen so schlecht entwickelt hat.

In den letzten Wochen stellte die Geldpolitik kein Unterscheidungsmerkmal dar, denn sie steht in Japan ebenso wie in der Euro-Zone auf Auto-Pilot. Bemerkenswert ist allerdings der viel beachtete Auszug der japanischen Bankenlobby, die sich vehement dafür einsetzte, dass die Bank of Japan nicht noch niedrigere Negativzinsen einführt, denn das könnte die Rentabilität des gesamten Sektors gefährden.

 

EUR/CHF
Höchststand: 1,0869 / Tiefststand: 1,0738 / Abweichung: +0,15%

Selbstverständlich sähe die Schweizer Nationalbank lieber einen höheren Wechselkurs für EUR/CHF, oberhalb 1,10. Doch die aktuelle Entwicklung sollte Bern keine schlaflosen Nächte bereiten. Das Währungspaar bewegt sich im Bereich von 1,07-1,08, ohne dass die SNB massiv am Devisenmarkt interveniert hat.

Einer der Faktoren, die die Stabilität des Währungspaares erklären, ist das fehlende größere geopolitische Risiko, auch wenn sich die Pandemielage in der Euro-Zone zuspitzt. Sobald sich Europa von der Pandemie erholt, spätestens etwa im dritten Quartal, ist mit einem deutlicheren Anstieg der Parität zu rechnen.

 

EUR/CAD
Höchststand: 1,5681 / Tiefststand: 1,5267 / Abweichung: -1,76%

Der starke Rückgang dieses Währungspaares in den letzten Wochen ist auf die Kombination aus weiter steigenden Ölpreisen (+8 % bei den Sorten Brent und WTI im Monatsvergleich), die im Allgemeinem für den kanadischen Dollar von Vorteil sind, sowie den Problemen durch die Pandemie und das Impfdebakel in Europa zurückzuführen. Geldpolitisch hat die Bank of Canada den Leitzins unverändert (bei 0,25 %) belassen. Gleichzeitig wird das Programm zum Ankauf von Wertpapieren mit einem Umfang von 4 Mrd. kanadischen Dollar (CAD) pro Woche fortgesetzt.

Die Wirtschaftsleistung in Kanada dürfte im ersten Quartal nachlassen, so dass die Wachstumsaussichten für dieses Jahr auf 4 % gesenkt werden müssten. Trotzdem hält die Bank of Canada eine Änderung ihrer Strategie nicht für notwendig. Sie folgt somit dem Beispiel der Zentralbanken mehrerer anderer Industrieländer, die nach unserer Einschätzung zumindest bis Mitte 2021 auf Auto-Pilot geschaltet haben.

 

EUR/AUD
Höchststand: 1,6031 / Tiefststand: 1,5593 / Abweichung: -1,38%

Anfang Februar überraschte die Zentralbank Australiens den Devisenmarkt, mit der Entscheiden ihr Wertpapierankaufprogramm zu verlängern, sobald das derzeitige Programm Ende April ausgelaufen ist. Diese Entscheidung dürfte die Bemühungen stützen, den Anstieg der Arbeitslosigkeit einzudämmen, obwohl die Zahlen angesichts der Umstände tatsächlich niedriger sind als befürchtet. Analysten zufolge besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich die derzeitigen Wertpapierankäufe weiter fortsetzen, möglicherweise sogar bis 2024.

 

EUR/CNH
Höchststand: 7,9535 / Tiefststand: 7,8184 / Abweichung: +1,01%

In den letzten Wochen war der Einbruch des Euro auf ganzer Ebene zu spüren, auch für den CNH. Die Unterschiede nicht nur im Umgang mit der Corona-Krise, sondern auch in den Wachstumsprognosen dieser beiden Regionen kommen dem CNH eindeutig mehr zugute als dem Euro. Die Euro-Zone ist sicherlich in eine erneute Rezession abgerutscht. Demgegenüber kann sich die chinesische Wirtschaft weiter erholen. Das Wachstum belief sich hier im letzten Jahr auf 2,3 % und könnte in diesem Jahr laut den optimistischsten Prognosen bis auf 8 % steigen. Diese Differenz wird offensichtlich einen wesentlichen Faktor darstellen, um den EUR/CNH-Wechselkurs in den kommenden Monaten zu verstehen.

 

EUR/HUF
Höchststand: 365,29 / Tiefststand: 354,67 / Abweichung: -1,69%

Anfang des Jahres 2020 war die Parität EUR/HUF um 330 Punkte gesunken. Mit dem Ausbruch der Pandemie ist der Wert des ungarischen Forint im Verhältnis zum Euro eingebrochen, so dass das Währungspaar ein Wert von 370 erreichte. Zu Beginn des Jahres 2021 ist ein leichter Rückgang des Euros zu beobachtet, welcher im Wesentlichen auf die Unsicherheiten über den Umgang mit der Pandemie in der Euro-Zone zurückzuführen ist. Geldpolitisch halten sowohl die EZB als auch die ungarische Zentralbank am bisherigen Status quo fest.

Mittelfristig wird die ungarische Zentralbank wahrscheinlich ihre akkommodierende Ausrichtung beibehalten. Der Leitzins wird sich vermutlich nicht ändern. Sollte es tatsächlich zu einer Wende in der Geldpolitik kommen, dürfte sie wahrscheinlich den Einlagenzins betreffen. Außerdem wird die ungarische Zentralbank den derzeitigen Wechselkurs für das Währungspaar EUR/HUF wahrscheinlich begrüßen. Denn eine schwache Währung dürfte eine wichtige Stütze für die Strategie der ungarischen Regierung bedeuten, die auf Exporte setzt, um die Wirtschaft anzukurbeln.

 
Wirtschaftskalender:
 
DATUM WÄHRUNG EREIGNIS
12/02 CNH

Chinesisches Neujahrsfest

Mitte Februar USD

US - Kongress Abstimmung über das Konjunkturpaket der Biden-Administration (mit einem Gesamtvolumen von 1,9 Billionen USD)

 

 

 

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