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März 2021 - Monatliche Wirtschaftsmeldungen

9. März 2021

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Informieren Sie sich über die aktuellen Entwicklungen auf dem Devisenmarkt und antizipieren Sie frühzeitig Kursschwankungen.
 
EUR/USD
Höchststand: 1,2240 / Tiefststand: 1,1957 / Abweichung: -0,16 %

Der Euro (EUR) blieb gegenüber dem US-Dollar (USD) im Monatsvergleich recht stabil und bewegte sich in einer Bandbreite zwischen 1,1957 und 1,2240. Die Befürchtungen der Anleger über einen starken Anstieg der Inflation im Zusammenhang mit der Nachfrageerholung und dem Konjunkturprogramm der Biden-Administration, das zu einer Kehrtwende der Geldpolitik führen könnte, hatten bisher keine Auswirkungen auf den Wechselkurs.

Auf beiden Seiten des Atlantiks bemühten die Zentralbanken sich in den letzten Tagen, die Devisenhändler zu beruhigen, indem sie wieder bestätigten, dass die Geldpolitik längerfristig akkommodierend bleiben wird, um die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise zu erleichtern. Sollten die Inflationsängste jedoch anhalten und zu steigenden Refinanzierungskosten der europäischen Staaten führen, kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Europäische Zentralbank gezwungen sein wird, zu intervenieren, um niedrige Zinssätze zu gewährleisten.

Konkret könnte die Zentralbank ganz einfach das Tempo ihrer Käufe von Staatsanleihen am Anleihenmarkt beschleunigen, was tendenziell zu einer Schwächung der Gemeinschaftswährung führen würde. Wir befinden uns in einem heiklen wirtschaftlichen Umfeld, denn die Inflationserwartungen könnten die wirtschaftliche Erholung untergraben, solange sie andauert.

 
EUR/GBP
Höchststand: 0,8853 / Tiefststand: 0,8542 / Abweichung: -1,97 %

Das britische Pfund Sterling (GBP) profitiert weiterhin von den Hoffnungen auf eine schnellere Normalisierung im Vereinigten Königreich als in der Eurozone. Die britische Regierung stellte Ende Februar einen Plan zur Aufhebung des Corona-Lockdowns vor, der sich von Anfang März bis Ende Juni erstrecken soll.

Sofern keine unvorhersehbaren Ereignisse eintreten, dürfte Großbritannien aufgrund des Erfolgs der Impfkampagne und des Rückgangs der Neuinfektionen spätestens im Sommer wieder zu einem relativ normalen Leben zurückkehren können. Dagegen leidet der Euro unter der offenkundig schleppenden Impfkampagne, dem schlechten Management der Europäischen Union und der Verbreitung der englischen Virusmutation in zahlreichen Ländern (laut den letzten offiziellen Zahlen, die von Frankreich veröffentlicht wurden, liegt der Anteil der englischen Variante inzwischen bei 50 % der Infektionen im Land).

Der britische Vorsprung bei der Impfung dürfte es dem Vereinigten Königreich ermöglichen, dieses Jahr die Eurozone wirtschaftlich zu übertreffen. Dieser Vorsprung dürfte es auch ermöglichen, die negativen Auswirkungen des Brexits auf die britische Wirtschaft abzumildern. Wir gehen weiter davon aus, dass eine Rückkehr dieses Währungspaars zu einem Wert von 0,83 mittelfristig nicht ausgeschlossen ist.

 
EUR/JPY
Höchststand: 129,40 / Tiefststand: 126,09 / Abweichung: +1,67 %

Trotz der Befürchtungen im Hinblick auf die Entwicklung der Inflation und gewisser Turbulenzen auf dem Anleihemarkt entwickelte sich der Euro (EUR) im Vergleich zum japanischen Yen (JPY) im Verlaufe des Monats Februar sehr gut und näherte sich der Schwelle von 130 an.

Die weitere Entwicklung des Währungspaars EUR/JPY wird von der Risikobereitschaft bzw. Risikoaversion auf dem Devisenmarkt bestimmt werden. Ferner wird eine mögliche Änderung der Geldpolitik der Bank of Japan auf kurze Sicht berücksichtigt werden müssen.
In der Tat wird die Zentralbank ihre strategische Orientierung im März bekannt geben, die die Tür für eine Zinssenkung im negativen Bereich öffnen dürfte, falls die Wirtschaft dies benötigt. Der Nachteil wäre, dass eine solche Maßnahme den japanischen Bankensektor, der schon jetzt unter einem Rentabilitätsproblem leidet, weiter schwächen könnte.

EUR/CHF
Höchststand: 1,1100 / Tiefststand: 1,0785 / Abweichung: +2,10 %

Dies war die Überraschung des Monats Februar. Das Währungspaar Euro/Schweizer Franken (EUR/CHF) kehrte zu seinen Höchststand von 2019 zurück, ohne dass die Schweizer Nationalbank interveniert hätte. Der Anstieg des Euro über die Marke von 1,10 verlief sehr rapide, was somit die Möglichkeit einer kurzfristigen Konsolidierung eröffnet.

Dennoch behalten wir längerfristig unser Ziel von 1,15 für EUR/CHF bei. Die Faktoren, die die Wechselkursparität nach oben treiben, bleiben bestehen. Dazu gehören die Aussichten auf eine wirtschaftliche Erholung, das Wiederanziehen des Welthandels und die erwartete Nachfrageerholung, sobald mit der Aufhebung der Lockdown Einschränkungen begonnen wird.

 

EUR/CAD
Höchststand: 1,5541 / Tiefststand: 1,5210 / Abweichung: -1,18 %

Im Monatsvergleich verzeichnet der Euro gegenüber dem kanadischen Dollar (CAD) eine negative Performance, doch ist eine Trendwende nicht auszuschließen, wenn die Befürchtungen hinsichtlich des Wiederanziehens der Inflation andauern. Tatsächlich reagiert der kanadische Dollar besonders sensibel auf eine Zinserhöhung in den USA, die mit steigenden Inflationserwartungen verbunden wäre, was zu einem Rückgang der kanadischen Währung gegenüber dem Euro führen könnte.

Deshalb müssen wir besonders wachsam bleiben, was die Entwicklungen am Anleihemarkt und deren Auswirkungen auf den CAD betrifft. Darüber hinaus könnte sich auch die anhaltende wirtschaftliche Abschwächung in Kanada, die aus der jüngsten Verschärfung der Einschränkungen resultiert, negativ auf den kanadischen Dollar auswirken. Aus Sicht der technischen Analyse kann eine Rückkehr des Währungspaars EUR/CAD zu einem Wechselkurs von 1,55 innerhalb von wenigen Wochen nicht ausgeschlossen werden.

 
EUR/AUD
Höchststand: 1,5899 / Tiefststand: 1,5259 / Abweichung: -2,58 %

Der Euro verzeichnete eine seiner schlechtesten monatlichen Kursentwicklungen gegenüber dem australischen Dollar (AUD). Die australische Währung profitierte vor allem von den steigenden Rohstoffpreisen aufgrund des deutlichen Anstiegs der chinesischen Nachfrage. Zudem war der Bericht der letzten Sitzung der australischen Zentralbank recht aufschlussreich.

Daraus ist zu entnehmen, dass die Geldpolitik mindestens zwei weitere Jahre unverändert fortgeführt werden könnte, um eine Verbesserung dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen, was zu einer höheren Inflation führen könnte. Die Zentralbankmitglieder rechnen damit, dass die Inflation das Ziel von 2 % erst Mitte 2023 erreichen dürfte. Es ist somit wahrscheinlich, dass Australien ebenso wie die Eurozone und die USA, die Wertpapieraufkaufprogramme und die äußerst niedrigen Zinssätze (der Leitzins liegt auf einem historischen Tiefpunkt von 0,1 %) beibehalten werden. Dies ist ein weiterer Hinweis darauf, dass die wirtschaftliche Erholung wesentlich langsamer verlaufen wird, als viele es sich wünschen.

 
EUR/CNH
Höchststand: 7,9028 / Tiefststand: 7,7405 / Abweichung: +0,15 %

Der Euro (EUR) gewann seit Mitte Februar gegenüber dem Yuan (CNH) an Wert, was zurückzuführen ist auf den Rückgang des CNH aufgrund der geringeren Risikobereitschaft von Devisenhändlern für Währungen der Entwicklungsländer aus Sorgen über die Entwicklung der Anleiherenditen.

Wir sind jedoch weiterhin der Ansicht, dass der CNH mittelfristig weiter aufwerten wird, was vor allem durch die kraftvolle Erholung der chinesischen Wirtschaft ermöglicht wird, mit einem Dreimonatsziel von 7,70.

 
EUR/HUF
Höchststand: 363,89 / Tiefststand: 354,87 / Variation: +2,12 %

Das Euro/Forint-Paar (EUR/HUF) erfuhr in den letzten Tagen eine starke Aufwärtsbewegung, nachdem es über weite Teile des Februars recht stabil blieb. Die Bekanntgabe des ungarischen BIP im vierten Quartal des vergangenen Jahres war eine positive Überraschung. Laut vorläufigen Daten verzeichnete die Wirtschaft nur einen Rückgang von 0,4 % gegenüber dem vorherigen Quartal - eine gute Leistung, wenn man den strengen Lockdown ab Mitte November berücksichtigt.

Doch erst ab dem Frühjahr dürfte die Wirtschaft aufgrund der Beschleunigung des Impfprogramms wieder zu einer Normalität zurückkehren. Gegenwärtig dürfte die ungarische Währung sich weiter im Bereich um 355-365 herumbewegen. Sofern es nicht zu einer viel deutlicheren Abwertung der ungarischen Währung gegenüber dem Euro kommen sollte (die nicht zu unserem zentralen Szenario gehört), gehen wir nicht davon aus, dass die Zentralbank dieses Jahr die Zinssätze erhöhen wird. Eine Zinserhöhung hätte den direkten Effekt, den Wechselkurs des Forint zu stützen.

 
Wirtschaftskalender:
 
DATUM WÄHRUNG EREIGNIS
Anfang März  CNH

Sitzung des Nationalen Volkskongresses und der politischen Konsultativkonferenz des chinesischen Volkes (auch „zwei Sitzungen“ genannt)

11/03 EUR

ESitzung der Europäischen Zentralbank

 14/03 EUR

Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz

16/03 EUR

ZEW-Konjunkturerwartungsindex in Deutschland

17/03 EUR

Parlamentswahl in den Niederlanden

17/03 USD

Sitzung der US-amerikanischen Zentralbank

25/03  EUR

Europäischer Rat

27/03 EUR SPD-Parteitag

 

 

 

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